von links: Sarah Saupp (Kultur- und Tourismusbüro), Claudia Sailer (Stadtführerin), Brigitte Pfister mit Blumenstrauß (Stadtführerin), Ramona Eger (Kultur- und Tourismusbüro), Egidius Fechter (Stadtführer), Angela Winkler (Kultur- und Tourismusbüro)
Haigerloch, 24. September 2026. Mit großer Leidenschaft, beeindruckendem Wissen und einer ansteckenden Begeisterung hat Brigitte Pfister über viele Jahre hinweg Besucherinnen und Besuchern die Geschichte, Kultur und die besonderen Geschichten Haigerlochs nähergebracht. Nun beendet die langjährige Stadtführerin ihre Tätigkeit und blickt auf eine Zeit zurück, die für sie weit mehr war als ein Ehrenamt.
Wie viele Jahre sie tatsächlich als Stadtführerin unterwegs war, kann Brigitte Pfister heute gar nicht mehr genau sagen. "Bestimmt fünfzehn Jahre“, schätzt sie. Der Weg zu ihrer Tätigkeit begann dabei eher zufällig: Bei einem Besuch im Café Mediterran, wo sie regelmäßig ihre Freundin und Café-Inhaberin besuchte, kam sie mit einer Frau ins Gespräch, die zu einer Stadtführung aufbrechen musste. Als Pfister bemerkte, dass sie sich diese Aufgabe ebenfalls gut vorstellen könne, erhielt sie den entscheidenden Hinweis, sich an das Kulturbüro zu wenden.
Dort traf sie auf Egidius Fechter, damaliger Amtsleiter des Kulturbüros, der gerade eine Informationsveranstaltung für die Stadtführerinnen und Stadtführer plante. Für Pfister war schnell klar: "Ich fange auf jeden Fall als Stadtführerin an.“ Gesagt, getan – schon kurze Zeit später führte sie selbst Gäste durch die historische Altstadt.
Dabei entwickelte die Zugezogene eine ganz besondere Beziehung zu ihrer Wahlheimat. Als sie einst nach Haigerloch kam, konnte sie die Faszination vieler Besucher zunächst nicht nachvollziehen. „Immer wenn ich die Touristenbusse gesehen habe, habe ich mich gefragt, was man an Haigerloch denn so gut finden kann“, erinnert sie sich mit einem Schmunzeln. Erst nach vielen Jahren vor Ort habe sie gelernt, die Stadt mit den Augen eines Gastes zu betrachten. Gerade dadurch entstand eine tiefe Verbundenheit mit den Besonderheiten Haigerlochs.
Besonders am Herzen lag ihr die Evangelische Kirche mit ihrem einzigartigen Abendmahlsbild Leonardo da Vincis. Für Pfister war sie einer der eindrucksvollsten Orte der Stadt und ein Höhepunkt vieler Führungen.
Am meisten Freude bereiteten ihr jedoch die Begegnungen mit den Menschen. Besonders gerne erzählte sie Besuchergruppen die kleinen und großen Geschichten, die Haigerloch so einzigartig machen. Ihre Führungen lebten von persönlichen Anekdoten, historischem Wissen und ihrer lebendigen Art zu erzählen.
Dabei gewann sie selbst mindestens genauso viel, wie sie weitergab. „Ich habe es wirklich geliebt, Stadtführerin zu sein, weil ich immer so viel von den Gästen bekommen habe. Ich habe mehr bekommen, als ich gegeben habe“, sagt Pfister. Die vielen Gespräche, das Interesse der Besucher und die gemeinsamen Entdeckungen hätten sie immer wieder bereichert. „Nach den Führungen bin ich einfach besser gelaunt nach Hause gekommen.“
Stadt Haigerloch