Im Beisein von Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur verlieh Oberbürgermeister Thomas Keck bei einem Festakt im Rathausfoyer Albrecht Wandel die Bürgermedaille in Gold.
Keck würdigte das soziale und öffentliche Engagement des 81-Jährigen ebenso wie dessen Präsenz bei der Wahrnehmung einer Vielzahl von Ehrenämtern. So war Wandel von 1995 bis 2005 Vizepräsident der IHK. Zusammen mit seinem älteren Bruder Manfred gründete Albrecht Wandel 1987 die Stiftung für konkrete Kunst. Mitsamt den "Wandel-Hallen“ sei "hier im Südwesten ein Leuchtturmprojekt innerhalb der Museumslandschaft entstanden, auf das wir stolz sind“, so der Oberbürgermeister.
Wandel & Goltermann: Was mit selbst gebauten Radiogeräten im Jahr 1923 mit Wolfram Wandel und Ulrich Goltermann begann, sollte in der Mess- und Kommunikationstechnik zum großen Global-Player werden - als es diesen Begriff noch gar nicht gab. Ab 1975 führten Albrecht Wandel und Frank Goltermann das Unternehmen ein Vierteljahrhundert. Im Volksmund hieß es stets "WAGO“. Es wurde zum weltweit zweitgrößten Anbieter von Kommunikations-Messtechnik - mit 30 Tochterunternehmen.
Weiterhin existiert die im Jahr 2000 gegründete Wandel Holding sowie die gemeinnützige Wandel & Goltermann Foundation, die Albrecht Wandel 1987 aus der Taufe gehoben hatte. Unter deren Dach hat er im Jahr 2016 in Pfullingen "ein wunderbares, feines Museum aufgebaut, einen Ort der lebendigen Erinnerung“, was ihm eine Herzensangelegenheit war, so Thomas Keck.
1987 brachte Albrecht Wandel eine Million D-Mark Kapital für die Reutlinger Stiftung für konkrete Kunst ein. Sie begann 1988 ihre Tätigkeit mit den privaten Sammlungen von Manfred Wandel und Gabriele Kübler – samt einer Bibliothek. Im Laufe der Jahre wurde der Fundus kontinuierlich erweitert. Der Familie Wandel war es ein Anliegen, alle Werke der Sammlung - zusammen mit der bereits 2017 erfolgten Schenkung – zu vereinen, erläuterte Keck in seiner Laudatio.
Der Familie Wandel sei es daher zu verdanken, dass sich nun fast alle Werke aus der hochkarätigen privaten Sammlung im Eigentum der Stadt befinden, so der Oberbürgermeister. Die "Sammlung konkret“ umfasst über 1.000 Objekte. Mit diesem "besonderen Museumsjuwel wird das kulturelle Profil Reutlingens als einer Stadt von Kunst und Kultur weiter geschärft- mit einer weit über unsere Stadt hinausreichende Außenwirkung“, sagte Keck.
Albrecht Wandel dankte seiner Familie, insbesondere seiner Frau Traudl und all seinen Weggefährten, sprach mit Blick auf seine Person von "glücklichen Lebensumständen“. Stolz ist er darauf, dass das Unternehmen Wandel & Goltermann auf dem Weltmarkt so erfolgreich war. Und dadurch sei auch Geld da gewesen für ein vielfältiges soziales und kulturelles Engagement. Wandel, der auch Ehrensenator der Universität Hohenheim ist, verriet, dass die Stiftung für konkrete Kunst ihren Sitz eigentlich hätte in Zürich haben sollen. Indes: Zusammen mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Lothar Späth entschied man sich letztlich doch für Reutlingen.